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Nadine Golomb

Wertschätzung – oder: Ist ein altes oder krankes Tier weniger wertvoll als ein junges, gesundes Tier?

Die meisten – und vor allem die, die mir sympathisch sind – werden jetzt entsetzt aufschreien: Natürlich nicht! Jedes Tier ist gleich wertvoll!

Und das ist auch richtig so – jedes Tier ist wertvoll.
Egal, ob jung, ob alt, ob schwarz, ob weiß, ob groß, ob klein, ob mit Papieren oder Promenadenmischung – jedes Tier ist wertvoll, jedes Tier liebenswert.

Wie zeigen wir, dass unser Tier für uns wertvoll ist?
Wir kümmern uns, schenken Liebe, Zeit und Zuneigung.
Wir kaufen artgerechtes Futter, investieren Geld in die artgerechte Haltung.
Wir kaufen auch schöne Halsbänder, Körbchen, Sättel, Halfter, Decken und Spielzeug.
Der eine von uns gibt mehr Geld dafür, der andere weniger.
Nicht jeder hat das Geld so „dicke“, dass er ohne nachzudenken shoppen kann.
Ich habe als Kind noch gelernt, für meine (finanziellen) Wünsche zu sparen.
Vieles dauerte länger, bis ich es mir kaufen konnte – aber wenn das Geld dafür zusammengespart war, war die Freude umso größer.

Worauf will ich eigentlich hinaus?
Stellt euch mal folgende Situation vor:
Euer geliebtes Haustier ist alt geworden. Oder ihr habt für euren Liebling eine schlechte gesundheitliche Diagnose bekommen.
Euch bleibt nicht mehr viel Zeit zusammen.

Ihr wollt noch etwas Schönes für euch und euren Liebling kaufen – zur Erinnerung an die gemeinsame Zeit.

Der Anbieter wirbt nun damit, dass ihr es nicht zahlen müsst – weil euer Tier alt und krank ist. Ist das Wertschätzung?

Ich finde, diese Geschichte ist als Beispiel der Wertschätzung wundervoll passend:

Der Junge und der Hund
nach der englischen Geschichte „Weathering the Storm“ von Dan Clark, in einer Bearbeitung von Jens-Robert Schulz, 2009
Die Hündin eines Ladenbesitzers in einer Kleinstadt hatte Junge bekommen. Es waren keine Rassehunde, mit denen man Geld machen konnte, sodass der Besitzer die zusätzlichen Mäuler schnell los werden wollte. Als sie acht Wochen alt waren, brachte er über der Tür zu seinem Laden ein Schild an. Darauf war zu lesen: Hundewelpen zu verkaufen!

Ein kleiner Junge kam zufällig vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte ihn der Junge: „Was kosten die Welpen denn?“ – „Zwischen 50 und 80 Euro“, sagte der Mann mürrisch. Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und holte einige Münzen heraus. „Ich habe zwei Euro und 37 Cents“, sagte er, „darf ich sie mir bitte mal anschauen?“
Der Ladenbesitzer nickte und pfiff nach seiner Hündin. Rasch kam sie angelaufen und fünf kleine Welpen stolperten tapsig hinter ihr her. Das war niedlich anzuschauen und dem Jungen ging das Herz auf. Doch dann sah er einen, der deutlich langsamer war als die anderen, humpelte und zurückblieb. „Was hat denn der Kleine da hinten?“, fragte der Junge. „Der hat einen Geburtsfehler und wird nie richtig laufen können“, antwortete der Mann.
„Den möchte ich haben!“, sagte der Junge. Der Ladenbesitzer wunderte sich und sprach: „Also ich würde ihn nicht nehmen. Der wird nie ganz gesund. Aber wenn du willst, schenke ich ihn dir!“
Der kleine Junge wurde sehr wütend. Er blickte dem Mann fest in die Augen und erwiderte: „Ich möchte ihn nicht geschenkt haben! Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch! Ich gebe Ihnen jetzt meine zwei Euro und 37 Cents und jede Woche werde ich Ihnen einen weiteren Euro bringen, bis er abbezahlt ist.“
Verständnislos schüttelte der Ladenbesitzer den Kopf und redete auf den Jungen ein: „Ich würde ihn wirklich nicht kaufen. Überleg es dir doch noch mal! Der wird nie in der Lage sein, mit dir zu spielen und herumzutoben wie die anderen. Was willst du mit ihm? Er wird dir keine Freude machen!“
Da zog der Junge sein linkes Hosenbein hoch und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll blickte er zu dem Welpen hinüber und sagte: „Ach, das macht mir nichts aus! Ich kann auch nicht so gut laufen und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht und trotz allem gern hat.“
Als der Ladenbesitzer das hörte, biss er sich beschämt auf seine Unterlippe. Tränen stiegen ihm vor Rührung in die Augen. Er lächelte verlegen, atmete tief durch und sprach: „Mein Junge, ich hoffe und wünsche mir, dass jedes dieser Hundekinder einen Besitzer bekommen wird wie dich!“

In meinem ganz konkreten Fall geht es (natürlich) um die Fotografie.
In den letzten Wochen stieß ich mehrfach auf „Angebote“, die versprechen, dass alte oder sehr kranke Tiere kostenlos fotografiert werden.
Und dazu bekommt man als Tierbesitzer auch noch ein Riesenpaket an Bildern und Dateien. Etwas, wofür der Besitzer eines jungen oder gesundes Tieres bis zu mehreren Hundert Euro zahlen würde.
Ich beobachte diese Angebote – und mir will sich der Sinn dahinter nicht erschließen.
Ganz im Gegenteil.
Ihr Lieben: Ich weiß doch, dass ihr euren Hund, euer Pferd, eure Katze von mir fotografieren lasst, weil ihr diese bleibenden Erinnerungen haben wollt.
Es mag sein, dass ihr euch erst dazu entschließt, wenn das Ende nahe ist.
Das liegt in eurer Entscheidung.
Aber fühlt es sich nicht abgewertet an, wenn ich dann euer Tier kostenlos fotografiere? Ist euer Tier es nicht mehr wert, dass ihr Geld ausgebt?
Ich glaube, gerade dann will man doch nochmal „alles“ möglich machen, oder?

Wenn ihr nun auf ein Fotoshooting erst sparen müsst und Sorge habt, dass Ihr es nicht mehr schafft, weil die Zeit drängt:

Bitte, sprecht mit mir!
Auch hier finden wir eine Lösung – von der Ratenzahlung bis zum Tauschgeschäft.

Nur bitte: Lasst euch nicht einreden, dass eurer geliebtes Tier das Geld eines Fotoshootings nicht mehr wert ist!

Am letzten Wochenende durfte ich gleich zwei Hundesenioren vor meiner Kamera begrüßen.
Bei beiden Zweibeinern war die Intention: Wer weiß, wie lange mein Hund noch da ist – und ich möchte auf jeden Fall noch professionelle, mit dem Herzen gemachte, Bilder haben.

Beide Hundehalter haben sich ganz bewußt für ein Fotoshooting bei mir entschieden – darüber freue ich mich immernoch und mein Ansporn, die Seelen der beiden Fellnasen abzubilden war natürlich noch größer!
Ich glaube, etwas das man liebt, wird mit der Zeit noch wichtiger, noch schöner, noch wertvoller.
Vielleicht haben deswegen Hundesenioren einen besonderen Platz in meinem Herzen.
Ich finde, in ihren Augen sieht man all die Liebe, die sie im Laufe ihres Lebens verschenkt haben.
Und jeder Hundefreund weiß, wieviel Liebe so ein Hund im Laufe seines Lebens verschenkt.

Am Samstag zog ich mit Jack-Russel-Terrier Titus und seinen Menschen durch den Park. Titus ist 13 Jahre alt, und auch wenn er doch nicht mehr ganz so gut hört, so ist er doch noch quietschfidel <3
Wir fotografierten auf Baumstämmen, Parkwegen und grüner Wiese – es war herrlich!
Aber schaut selbst, was für ein toller Kerl Titus ist:

 

Am Sonntag besuchten mich Andrea und die 15-jährige Terrierhündin Mücke.
Mücke ist eine wundervolle, liebe, treue Seele, die sich auch noch sehr agil zeigte.
Mein kleiner Cap (mal eben gute 14 Jahre jünger) unterstüzute mich bei diesem Fotoshooting und zeigte, dass er das Zeug zu einem tollen Fotografen-Begleithund hat.
Mücke hat sich von Cap auch gar nicht ablenken lassen und tolle Modelqualitäten gezeigt!
Sie rannte, was das Zeug hielt und präsentierte sich auf besonderen Wunsch sogar in Socken – die sie normalerweise zu Hause trägt, damit sie besseren Halt auf glatten Böden hat.

Mücke kam sogar extra aus Bonn angereist und brachte nicht nur Frauchen Andrea mit – sondern auch die WG-Partner Schild und Kröt.
Es war übrigens eine Premiere für mich – zum einen Schildkröten vor der Kamera zu haben und vor allem sie auch zusammen mit einem Hund und dann noch Outdoor zu fotografieren.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anschauen der Bilder!

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