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Nadine Golomb

Weil Manches einfach mehr Zeit braucht …

Stute Line

Viele Dinge brauchen Zeit.
Tiere brauchen Zeit.
Und manche Tiere mehr als andere.
Weil sie einfach so sind. Oder weil Menschen vorher vieles falsch gemacht haben.

Letzte Woche war ich an einem Stall zu Gast, um dort die Stute LINE zu fotografieren.
Es war alles ein bisschen anderes geplant, als es sich dann tatsächlich gezeigt hat.
Line sollte eigentlich freilaufend fotografiert werden.
Leider waren beide Orte, an denen wir sie hätten laufen lassen können, aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht geeignet.

So ließen wir sie für ein paar (Probe-)Aufnahmen an der Longe laufen.

Zu Line sei gesagt:
Sie hat (wahrscheinlich durch schlechte Erfahrungen) wenig Vertrauen zu Menschen, ist sehr schreckig und hat ihre Aufmerksamkeit wirklich überall. Dementsprechend drehten sich ihre Ohren auch ständig in alle Richtungen.
Sie steht nicht gut im Futter, obwohl sich ihre Besitzerin alle Mühe gibt, Line mit Nährstoffen zu versorgen. Da sie physisch gesund ist, gehen die Vermutungen dahin, dass sie durch ihre nervöse Art im Moment noch nicht so viel ansetzen kann.
Aber die Weidesaison steht ja in den Startlöchern 🙂

Gespräche haben mir auch gezeigt, dass Line sich langsam aber sicher „einlebt“. Und auch während des Fotoshootings war deutlich zu sehen, wie sie sich nach und nach entspannte.

Damit gelangen gegen Ende doch noch die Bilder, wie ich Line darstellen wollte: Schön, im Einklang mit sich und der Welt, ja und auch: entspannt.

Nur ein Problem blieb: Der Hintergrund, das Drumherum.
Trotz mehrfachen Wechsels meiner Position hatte ich immer störende Elemente im Hintergrund.

So sollte auch ein ausgewähltes Bild das Mehr an Zeit bekommen.
Mit Photoshop, dem Bildbarbeitungsprogramm schlechthin.

Nun saß ich vor diesem Bild und dachte: Was mache ich draus?
Longe wegretuschieren – ja, doch, das auf jeden Fall.
Den Bildausschnitt etwas verändern: ja – auch das.
Der Hintergrund. Hm. Einzelne Elemente wegnehmen – ja, kann man machen. Aber hier war für mich einfach zuviel, das mir nicht gefallen hat. Das diesem Pferd nicht gerecht wurde.
Also entschloss ich mich, nur den Boden beizubehalten und den Hintergrund komplett auszutauschen.
Nun wollte ich aber keine grünen Wiesen, Büsche oder Bäume in den Hintergrund setzen. Irgendwie wollte ich mehr.
Ich wollte Platz im Hintergrund – irgendetwas, das zumindest im Ansatz interpretieren lässt, welchen Weg diese Stute hinter sich hat.
Der neue Hintergrund besteht aus mehreren anderen Bildern.
Um das Ganze insgesamt stimmig zu machen, kamen noch die sogenannten „Filter“ von NIK zum Einsatz. Eine Erweiterung für Photoshop, die der ein oder andere von euch vielleicht kennt.

Ich zeige euch ein paar Zwischenstände der Bearbeitung.
Für diejenigen unter euch, die sich ein bisschen für die Techniken dahinter interessieren, habe ich die Arbeitsschritte weiter unten nochmal näher erläutert.

Schimmelstute LINE – über dieses Bild reden wir:

Stute Line

Stute Line – nach der Bearbeitung durch Photoshop und den NIK-Filtern

 

Das hier ist das Ausgangsbild – so gut wie unbearbeitet (lediglich digital entwickelt und für die Webansicht angepasst)

Das Ausgangsbild - unbearbeitet (lediglich verkleinert und mit Logo versehen)

Das Ausgangsbild – unbearbeitet (lediglich verkleinert und mit Logo versehen)

 

Da Line mit ihren Hufen den trockenen Boden aufwirbelt und das a) nicht sauber freizustellen ist und ich es b) auch nutzen wollte, habe ich den Boden um die Hufe herum behalten und den Rest entfernt.
Das war – rein vom Arbeitsaufwand – der aufwendigste Teil der Retusche:

 

 

Schritt 1 - Line zum Teil "freigestellt", als den Hintergrund entfernt

Schritt 1 – Line zum Teil „freigestellt“, als den Hintergrund entfernt

 

Einen Sonnenuntergangs-Himmel eingesetzt

Einen Sonnenuntergangs-Himmel eingesetzt

 

Mit Wolken etwas mehr Dramatik hinzugegeben

Mit Wolken etwas mehr Dramatik hinzugegeben

 

Die Berge im Hintergrund eingesetzt

Die Berge im Hintergrund eingesetzt

 

Das Ganze wurde mit Hilfe der NIK-Filterkollektion einheitlich, stimmig. Ich weiß selbst nicht mehr, was genau ich alles gemacht habe - u.a. Kontrast zugegeben und die Farben angepasst. Es ist eine Kombination aus mehreren Filtern. Außerdem habe ich mich hier auch doch dazu entschlossen, das Halfter wegzuretuschieren. Es passte nun so gar nicht mehr.

Nach der Anwendung mehrerer NIK-Filter.

 

Das Ganze wurde mit Hilfe der NIK-Filterkollektion einheitlich, stimmig. Ich weiß selbst nicht mehr, was genau ich alles gemacht habe – u.a. Kontrast zugegeben und die Farben angepasst. Es ist eine Kombination aus mehreren Filtern.
Außerdem habe ich mich hier auch doch dazu entschlossen, das Halfter wegzuretuschieren. Es passte nun so gar nicht mehr.
Für die NIK-Filter habe ich (in Kopie!) alle Ebenen auf eine reduziert, damit sich der Effekt auf alle Ebenen zusammen auswirkt.
Außerdem habe ich mich – nach Betrachten des fast fertigen Bildes – dazu entschlossen wieder etwas mehr Platz drumherum zu geben.
Kein Zweifel – einfacher wäre es gewesen, das sofort zu machen. Aber ich habe mich einfach zu spät dazu entschieden.

Die einzelnen Ebenen, die ich in Photoshop eingefügt habe, haben verschiedene Ebenenmodi.
Die eine Ebene wird multipliziert, bei anderen einfach die Deckkraft heruntergesetzt.

Das Freistellen habe ich zunächst grob mit dem Pfadwerkzeug gemacht und die Feinheiten mit dem Radiergummi.
Hierbei hilft es, mit der Kantenhärte zu experimentieren.
Die feinen Haare im Gesicht, an Mähne und Schweif habe ich übrigens mit dem ganz fein eingestellten „Wischfinger“ wieder hingezaubert.
Außerdem habe ich den Schweif mit ganz leichter Dreckkraft anradiert (Achtung: Hier bitte vorher immer eine Ebenenkopie erstellen – falls man mal zuviel wegnimmt).

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3 Kommentare

  1. Andrea Osterhold

    Hallo,ich bin die Besitzerin von Line, ich habe sie jetzt 1 Jahr und bin glücklich das ich sie jetzt putzen undanfasen darf , es ist ein ganz tolles Pferd und braucht noch ganz viel Zeit.Ich finde das Sie ganz tolle Bilder von ihr gemacht haben und Sie zeigen wir Sie wirklich in ihre Welt lebt.Das Line so dünn ist kann ich nichts machen ich fütter tutal viel.L.g Andrea

    1. Nadine (Beitrag Autor)

      Liebe Frau Osterhold,
      danke für die tolle Rückmeldung!
      Ich freue mich sehr – und vor allem freue ich mich für Line, dass sie bei Ihnen in so gute Hände geraten ist.
      Da hat sie wirklich Glück gehabt!
      Ich danke Ihnen, dass sich Line die Zeit geben, die sie braucht – und sich soviel Mühe mit ihr geben <3
      Herzliche Grüße,
      Nadine Golomb

  2. Pingback: Coachings – was machen wir da denn genau? – Nadine Golomb

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