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Nadine Golomb

Photoshop – Fluch oder Segen?

Photoshop – der Begriff „photoshoppen“ ist inzwischen fast ein geflügeltes Wort geworden.
Jeder – behaupte ich mal – kennt Photoshop vom Hören-Sagen.

Wer es nicht einordnen kann oder zuviel Unterschiedliches gehört hat:
Photoshop ist ein Bildbearbeitungsprogramm aus dem Hause Adobe.
Man kann damit Bilder, die frisch aus der Kamera kommen, für den Druck oder die Darstellung im Internet speichern.
Oder man kann Ausschnitte ändern und Farbbilder in schwarz-weiß umwandeln. Man kann auch Collagen erstellen (auch die, in denen mehrer Bilder „so ineinanderfließen“)

Man kann mit Photoshop auch störende Elemte entfernen, z.B. bei Leine bei einem Hundefoto oder einen Zaun bei einem Pferdefoto.

Man kann mit Photoshop die Lichtstimmung eines Bildes anpassen – verstärken bis komplett verändern.

Dann kann man auch Menschen und Tiere schlanker oder jünger machen.
Oder vermeintliche Schönheitsmakel retuschieren.
Soviel zu den Fakten.

Ich nutze Photoshop. Ja. Täglich, kann man sagen.
Bei mir geht es schon damit los, dass ich meine Bilder aus der Kamera erstmal digital entwickle – denn meine Kamera speichert nur Roh-Daten (was so gewollt ist, damit ich im Nachhinein kleine oder größere Veränderungen an den Grundeinstellungen vornehmen kann, ohne dass die Bildqualität leidet.

Ich nutze auch Photoshop, um meine Bilder für die Darstellung im Internet mit meinem Logo zu versehen.

Und ich nutze Photoshop ebenfalls, um mal einen Zaun oder eine Leine zu entfernen.
Und Fliegen – gerade im Sommer bei den Pferden extrem unschön, wenn die Pferdeaugen voller Fliegen sitzen.

Ich erstelle auch die ein oder andere Grafik in Photoshop, gerne auch mal eine Collage.

Ab und zu nehme ich mal eine aufwendige Photoshop-Arbeit vor.
Weil es mir Freude mach. Und weil ich es kann.
Und weil ich dabei immer auf Stimmigkeit und ethische und moralische Grenzen achte.

Warum erzähle ich das alles?
Ich mag Photoshop.
Es ist für mich ein nützliches, sinnvolles und gerne genutztes Werkzeug.

Dann gibt es noch andere Meinungen und Ansichten – und damit auch den Grund dieses Artikels.

Photoshop gibt es inzwischen für ca. 10,- EUR im Monat als Abo.
Früher hatten viele Leute eine Version, die „irgendein Kollege von irgendwoher mal bekommen hat.“

Heißt: Photoshop ist erschwinglich. Viele besitzen es, ohne viele Kenntnisse von der Arbeit und seinen Möglichkeiten zu haben. Und nutzen es halt. So irgendwie.
Ganz ehrlich: Ich möchte bei der Nutzung von Photoshop nicht einfach so ins kalte Wasser geschubst werden. Die Arbeitsoberfläche ist soetwas von komplex und der Begriff „selbsterklärend“ wäre gelogen. Ich hatte das Glück, Photoshop von der Pike auf lernen zu dürfen – ohne dennoch wäre ich ohne selbständiges Weiterlernen aufgeschmissen.
Ich kann daher verstehen, dass jemand Photoshop öffnet und nach ein paar Klicks wieder schließt.
Weil es einen einfach erschlägt.

Aber ich kann nicht verstehen, dass behauptet wird: Nur ein Foto ohne Photoshop sei ein gutes Foto. Und Photoshop mache die Fotografie zu Nichte.
Ganz ehrlich – und das ist mal jetzt ganz ungeschönt meine subjektive Meinung:
Wer sagt, Photoshop braucht man nicht, und wer Photoshop nutzt, fotografiert nicht mehr, der ist doch einfach nur neidisch, weil ihm die Kompetenz zur Nutzung des Programms fehlt.


Ein Beispiel:
Durch die sozialen Medien ging vor ein paar Tagen ein Artikel, der zeigt, wie unterschiedlich Amateure und Profis das gleiche Motiv an der gleichen (meist wenig schönen) Location fotografieren.

Der Profi nutze hier (deutlich erkennbar) andere Perspektiven, spielte mit Blende und Belichtungszeit.
Und dann machte er einen „Fehler“: Er nutze (vermutlich) Photoshop, um die Lichtstimmung seiner Bilder noch etwas zu verstärken.
Und welche Kommentare hagelte es: Die Profi-Bilder seien doch „nur Photoshop“.
Leute – ganz ehrlich: Wenn das eure Meinung ist, dann legt die digitale Kamera beiseite und fotografiert wieder mit Film und Dunkelkammer (und auch hier wurden übrigens vor vielen, vielen Jahren schon bei der Entwicklung z.B. Anpassungen an hellen und dunklen Bereichen eines Bildes vorgenommen – aber lassen wir das …).

Aber bevor die Photoshop-Junkies sich nun nun die Hände reiben:
Photoshop hat technisch so gut wie keine Grenzen – was aber nicht heißt, dass ich alles machen darf.
Auch und gerade in der Tierfotografie gibt es da Grenzen.
So wurde doch letzlich einer Hobbyfotografin empfohlen, dass sie die (natürlichen) Abzeichen am Maul eines Pferdes entfernen solle. An der Stelle wird selbst für mich dann Photoshop zu einem „no Go“.
Ihr wisst, wie wichtig es mir ist, ein Tier so abzubilden, wie sein Mensch es sieht und liebt.
Von Natur aus vorhandene Eigenheiten (die ein Tier ja auch zu einem Individuum machen) zu verändern, kommt für mich gar nicht in Frage.
Mein Herz freute sich daher auch sehr, als ich letztlich unter einem Foto las, dass die Fotografin bewusst Narben NICHT retuschiert hat, weil sie eine Geschichte erzählen.
Mein Fazit:
Photoshop ist immens wichtig – aber ein Foto sollte nicht unbedingt verraten, dass Photoshop für das selbiges wichtig war 😉
Und: Mit Photoshop macht man aus einem guten Bild ein großartiges – aber niemals aus einem schlechten ein tolles Bild!

Galerie: Mal mehr – mal weniger Photoshop …

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