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Nadine Golomb

Klein aber oho! Oder vom Fluch und Segen ein MiniHund zu sein.

Ein Gastbeitrag von Christine Gödecker | www.rudelbildung.info

Ich bin klein und ich bin süß! Meistens finde ich es gut, genau so wie es ist.
Es hat nämlich durchaus seine Vorteile klein und süß zu sein.
Die meisten Menschen reagieren sehr positiv auf mich, sie freuen sich mich zu sehen, selbst
kleine Kinder haben keine Angst vor mir. Und ich darf fast überall mit hin. Ich pass nun mal
in die kleinste Hütte.
Ich fresse viel weniger und ich mach nur ganz kleine Haufen. Und ich bring viel weniger
Dreck mit rein!
Auch Leine, Halsband, Körbchen und Näpfe sind nicht so teuer und nehmen in der
Wohnung weniger Platz weg. Die Klamotten von meinem Mitbewohner sind riesig, da
musste Frauchen wirklich genau überlegen wo sein Korb stehen kann. Und zur Adventszeit
wenn Frauchen den Tannenbaum ins Haus holt muss Bobbys Korb an einen anderen
Platz…….Naja, klein sein ist manchmal wirklich ein Segen.
Obwohl Frauchen Hundetrainerin ist darf ich doch tatschächlich mehr als mein großer
Kumpel. Selbst bei ihr habe ich den berühmten MiniBonus.
Bei mir zu Hause ist es aber
wirklich nur ein Minibonus. Mein Frauchen nimmt ihre leitende Rolle sehr ernst, dadurch
nimmt sie mich aber auch ernst.
Und da sind wir schon bei den Nachteilen ein Mini zu sein.
Meine Minihundekumpels von der Hundewiese sind teilweise ganz schön nervös und
teilweise ganz schön schlecht erzogen. Aber mal ganz unter uns: Deren Menschen haben
sich nicht so viele Gedanken gemacht bevor der Hund eingezogen ist. Auch der Kauf war
bei vielen eher spontan. Im Internet gesehen und zack gekauft. Ihr glaubt garnicht was da
teilweise für schlimme Zustände in der Welpenstube herrschten. Da gibt es zwei Extreme,
entweder es wird sich null gekümmert und den Verkäufern ist alles egal oder die Welpen
werden so sehr überbehütet das sie auch nichts kennenlernen dürfen.
Kein Wunder das viele meiner Kumpel so nervöse Hemden sind.
Mein Frauchen sagt immer: Eine gute Welpenstube ist die halbe Miete, keine Ahnung was
sie damit meint. Aber sie sagt Welpen sollten in den Prägephasen viel kennen lernen dürfen.
Mit der Mama und den Geschwistern zusammen. Wahrscheinlich hat sie recht damit! Meine
Züchterin hat ganz viele tolle Sachen mit uns gemacht. Sie hat mich aber nie überfordert.
Sie hat uns genau da abgeholt wo wir standen. Und ich bin nur ganz selten mal unsicher
oder ängstlich.
Und wenn ich mich mal fürchte kann ich mich bestimmt auf meine Menschen verlassen! Die
Helfen mir dann!
Frauchen macht dann manchmal was, was man eigentlich nicht tut! Sie nimmt mich auf den
Arm! Sie macht das immer dann wenn es für mich zu gefährlich wird. Wenn wir zum Beispiel
zu dritt unterwegs sind: Frauchen, der große Bobby und ich. Wenn dann ein großer fremder
Hund auf uns zu stürmt und mit Bobby spielen will. Sind wir an der Leine und können nicht
ausweichen nimmt sie mich auf den Arm. Dafür bin ich ihr sehr dankbar! Sie beschützt mich!
Mein bester Freund Tammi, ein Chihuahua, wird von seinem Frauchen nie beschützt, sie
nimmt ihn auch nicht ernst. Wenn er sich dann nicht mehr anders zu helfen weiß und nach
anderen Hunden oder auch Menschen schnappt findet sie das süß!
Die Welt wirkt, wenn man so klein ist, oft bedrohlich! Aber auch da hat sich Frauchen was
tolles einfallen lassen. Sie hat mir beigebracht, mich auf Komando zwischen ihre Füße zu
setzen. Zugegeben, davon war ich am anfang nicht begeistert. Unter einem Riesen sitzen zu
müssen, ganz eng an riesigen Füßen war am Anfang schwer. Frauchen hat das aber mit mir
geübt und jetzt weiß ich das mir dort nichts passiert! Wenn ich zwischen ihren Füßen sitze
kommt kein fremder Mensch an mich dran und auch kein Fremder Hund. Dann brauche ich
niemanden wegbellen, das macht Frauchen für mich!
Auch Zuhause brauche ich die Wohnung nicht vor Eindringlingen beschützen. Manchmal,
wenn ich Zuhause ein Fremdes Geräusch höhre belle ich. Frauchen checkt dann die Lage
und ich kann mich sofort wieder entspannen! Frauchen sagt immer das ständige Bellen wäre
nicht Rassetypisch und das wir das Zeug zu tollen Wachhunden haben wenn man uns ernst
nimmt!
Das wir von vielen Menschen nicht ernst genommen werden ist wirklich ein Fluch! Auch das
wir ständig unterschätzt werden ist sehr nervig!
Bitte liebe Menschen, nehmt uns ernst, nehmt unsere Befürfnisse wahr, setzt uns Grenzen,
zeigt uns die Welt, fordert und fördert uns. Viele von uns sind echte Sportskanonen!
Ey und manch Mensch wundert sich das wir immer an der Leine zerren, dann zeigt uns doch
wie es richtig geht und zerrt nicht im gegenzug auch an der Leine. Einen Meter ohne
Vorwahrnung durch die Luft zu fliegen, nur weil wir noch ein bischen geschnüffelt haben, ist
nicht sehr angenehm!
Und bitte vergesst nicht ob Chihuha oder Rottweiler, wir haben alle einen gemeinsamen
Vorfahren, den Wolf!
Also behandelt uns wie Hunde!
Wenn wir als Hund behandelt werden sind wir auch tolle Hunde!
kleinoho

Liebe Grüße euer Chihuahua Snoopy

Namen und Handlung sind frei erfunden,
beziehen sich aber auf Erfahrungen der Autorin

 

Zur Autorin: Christine Gödecker bietet Hundetraining und Verhaltensberatung im Kreis Recklinghausen an. Ihr Augenmerk liegt darauf, den Ursachen für die vorliegenden Spannungen zwischen Hund und Halter auf den Grund zu gehen und neue Wege im Umgang mit dem Hund aufzuzeigen. Darum ist die individuelle Beratung jedes einzelnen Mensch-Hund-Gespannes ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. Respekt und Einfühlungsvermögen sind dabei Hauptbestandteil ihrer Philosophie. Darüberhinaus ist sie ausgebildete Tiermedizinische Fachangestellte mit erweiterten kynologischen und ethologischen Kentnissen. Hier schreibt sie – ein bisschen augenzwinkernd – aus ihrem Alltag.
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3 Kommentare

  1. Michaela Kastning

    Wir haben eine Chi-Sheltie Maus, ohne Augen geboren, integriert in ein 5-er Rudel (sehend), nicht immer einfach, aber mit einem gesunden Menschenverstand durchaus machbar und bereichernd! Mauri hat 4 Läufe und kann gehen – bei Gefahr wird sie schon mal hochgenommen, aber ausschließlich zu ihrem Schutz – sie ist ein vollwertiges Rudelmitglied, sehr durchsetzungsstark, selbstbewusst und nicht ängstlich! Sie zeigt als Erste an, durch Bellen, dann übernehmen wir und sie ist entlassen! Fazit: unsere Maxime lautet: „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ – „fordern und fördern“ (sie ist klasse im Mantrailing) – entscheidend ist eine liebevolle Konsequenz! Wir haben ein harmonisches Rudel, das sich gegenseitig respektiert und hilft, wenn nötig. Und nein….nur zum Spaß kommt Mauri NICHT auf den Arm…sie will es nicht, weil sie den Bodenkontakt nicht verlieren möchte….und das wird von uns respektiert! Zum Text: super geschrieben – toll – Danke – hoffentlich lesen es Diejenigen, die es angeht 🙂

  2. Andrea & Hamlet

    Für Hamlet ist in Menschenmengen, der U-Bahn usw. mein Arm seine sichere Zone, da kriegt er einen richtigen Zen-Ausdruck auf dem Gesicht und er weiß, da passiert nichts. Da könnte um ihn rum auch die Welt untergehen 😀 Saßen so mal in einem Bushäuschen inmitten des schlimmsten Gewitters und er war komplett entspannt. Mit anderen Hunden ist er zum Glück supersozial und souverän, dass er meistens alle anderen Hunde unter der Fuchtel hat – wenn die das mit sich machen lassen. Wenn nicht, geht er einfach weiter seines Weges.
    Was ich nur richtig schwer finde, ist, dass andere Menschen ihn nicht ernst nehmen. Ich hatte schon Kinder, die ihn ja „so süß“ fanden und seine Grenzen nicht akzeptiert haben, ihm ständig ins Gesicht fassten, ihn verfolgten usw. Und die Eltern dieser Kinder realisieren manchmal auch nicht, dass auch die Zähne eines Chihuahua-Zwergspitzmischlings verdammt weh tun können. 🙁 Da bin ich dann oft eher Bodyguard als Frauchen. Oder dass andere Hundebesitzer (meistens die mit größerem Kaliber) seine Autorität untergraben und ihn daran hindern wollen, die Führung zu übernehmen, weil ihr Hund sonst das Gesicht verliert oder so? Sehr seltsam, auf was man da so trifft 😉

    Bin trotzdem aus vollster Überzeugung Kleinhundemensch – beste Entscheidung überhaupt. 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea & Hamlet

  3. Pingback: Klein aber oh ho! Ein Mini-Hund packt aus. | RudelBlog

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