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Nadine Golomb

Der „Hundekauf“ mal von zwei Seiten betrachtet

Zunächst vorweg: „Kaufen“ tu‘ ich mir Brötchen, neue Schuhe oder (wenn’s Geld reicht) ein Auto.
Ein Tier nehme ich zu mir, adoptiere es, gebe ihm ein Zuhause.
Auch wenn ich bei der Abholung Geld da lasse – sei es den Kaufpreis oder die Schutzgebühr.
Daher musste ich das Wort einfach in Anführungsstriche setzen.
Ich habe lange vom eigenen Hund geträumt. Und mir mehr als einmal ausgemalt, wie ich zu meinem eigenen Hund komme.
Die tollsten Phantasien waren dabei: Ich rette ihn aus schlechter Haltung, er läuft mir zu und niemand will ihn zurück. Oder er kommt aus dem Tierheim.
Und dann traf ich Cap – meinen Dackel, meinen „Casper vom Bäckerstübchen“.
Wer mich kennt weiß, dass ich ausgewählte Züchter mit ihren Würfen begleite.
Züchter, die ich begleite müssen verantwortungsvoll züchten und wissen, was sie tun.
So kam ich zu Rabea nach Ahlen und ihre „C“s vom Bäckerstübchen. Die Welpen im Auslauf im Wohnzimmer, Mama, Oma und Adoptiv-Tante Frieda als volle Familienmitglieder mit ihm Haushalt.
Und Liebe zu den Hunden wohin man auch schaute.
Natürlich wollte ich da die Wurfbegleitung machen!
Ich wusste vorher natürlich nicht, dass der Termin mein ganzes Leben verändern würde – weil Cap dort auf mich wartete. Ja, doch. Ich glaube schon, dass er auf mich gewartet hat.
Liebe auf den ersten Blick. Auf beiden Seiten.
Dann Zweifel: Ich – und ein Welpe? Ich habe nicht genug Zeit für einen Hund. Erst recht nicht für einen Welpen.
Nun ja – mein Leben wäre nicht meines, wenn wir dann nicht doch noch alles Unmögliche ins Gegenteil gekehrt hätten.
Und Cap mich nun begleitet.
Aber kommen wir nochmal zum Thema Kaufpreis zurück.
Natürlich ließ ich Rabea bei Caps Abholung Geld da.
Und ich erinnerte mich noch, wie sie sagte: Schon komisch. So Hund gegen Geld …
Und ich sagte: Nein, wir machen das anders. Du schenkst ihn mir. Und ich lasse dir dafür das Geld da, weil du ihm so liebevoll auf die Welt geholfen hast. Weil er dank dir einfach da ist. Weil du erkannt hast, dass er mein Hund ist.
Ich habe einen Hund vom Züchter. Und trotzdem engagiere ich mich für den Tierschutz.
Ein Widerspruch?
Nein, das finde ich nicht.
Es muss Züchter geben. Menschen, die sich verantwortungsvoll(!!!) um den Erhalt der verschiedenen, teils viele viele Jahren alten Rassen kümmern.
Ein guter Züchter kennt die Theorie (Genetik, welcher Rüde warum mit welcher Hündin, Trächtigkeitsablauf, Geburt, Welpenzeit, …) und kann dieses auch von Herzen in der Praxis umsetzen (viele Kilometer weit zum passenden Rüden fahren, Probleme während der Trächtigkeit erkenn, Geburtshelfer sein soweit nötig und möglich, liebevolle Aufzucht der Kleinen, …).
Außerdem sucht er die neuen Besitzer sorgfältig aus, damit „sein“ kleiner Hund ein möglichst schönes Leben führen darf.

Wer einen Hund von einem Züchter zu sich nehmen möchte, an den apelliere ich:
Bitte, sucht euren Züchter sorgältig aus! Wählt einen Züchter, der mit Liebe dabei ist. Mit Liebe zum Tier – nicht zum Profit. Gute Züchter fühlen euch auf den Zahn – denn auch sie wollen, dass „ihr“ Hund es bei euch gut hat!
Ihr wollt lieber einen Hund aus dem Tierschutz?
Auch klasse! Denn (leider) gibt es immer noch Hunde, denen es nicht gut ergangen ist. Sie wurden unüberlegt „angeschafft“, ihre Halter haben sie schlecht behandelt und wurden dann nicht mehr mit ihnen fertig, weil die arme Seele sich nicht mehr anders zu helfen weiß als z.B. aggressiv zu werden.
Wählt auch hier eure Tierschutzorganisation mit Herz und Verstand aus.
Und bitte: Nehmt keinen Hund von einem Vermehrer, keinen Hund der euch scheinbar von privat „verkauft“ wird, obwohl sich dahinter organisierter Welpenhandel verbirgt.
Und: Wenn mir persönlich ein Welpe an einem Autobahnparkplatz aus dem Kofferraum eines Autos angeboten wird, würde ich wahrscheinlich vor Mitleid für die armen Wutzen zerfließen und sie am liebsten alle mitnehmen.
Bitte, bitte nicht! Ihr schafft damit Bedarf nach vielen weiteren Welpen von skrupellosen Vermehrern!
Sucht eure Fellnase mit Herz, aber auch mit Verstand aus.
Die Entscheidung für meinen Cap hat mich zwei Wochen Grübelei, Planerei – und entsprechend schlaflose Nächte gekostet.
Und alles ist gut!
Ich bin jeden Tag dankbar, dass genau dieser kleine Kerl, der den Schalk im Nacken hat, stur wie ein Esel sein kann und dabei herzensgut ist, MEIN HUND geworden ist.
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